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Bild/Painting: Xiane Sierocka-Stock, Awaking, 2019

 

Gegen abend
legte sich stille
über das plattierte
land bis in die gemäuer
ritzen allein
ein beständiges

Summen ließ
auf- und ab
schwellend die luft vibrieren
uns ausschau halten
nach einem verirrten
bienenschwarm
unterm gebälk

Es war jedoch nichts
als die ferne
autobahn
deren herübergewehte
geräusche uns so vertraut
und daher vollkommen
natürlich tönten

Ach, murmelte
der späte gast,
du armes, armes
haus – wer hat dich
unbedacht mitten
hinein gesetzt
ins irgendwo?

Da kam mir eine
ahnung vom leben nicht
zwischen den dingen
in ihnen aufgestockt
im beton sogar
da atmete was
heraus aus der materie

Am morgen rückten wir stühle
zurecht um den tisch
auf dem terassenquadrat
als etwas herabkam
wie buntgemalt und schwebend
mitten zwischen uns
ins bleiche porzellan

Aus heiterem himmel
ein auge
ein schmetterlingsflügel
ein zeichen! riefen wir
wie aus einem munde
zur vorsicht gemahnt
reichten die kinder ihn herum

Ein wunder
aus dem nichts
ein pfauenauge
lernten sie
metamorphose
sagte eine erwachsene
und dann ein schwiegen

Denn es hatte begonnen
weitere flügel zu regnen
dutzende entleibte
nymphidae fielen herab
aus dem wolkenlosen blau
und da wollte keiner mehr
ein zeichen darin sehen

 

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